Album Review: Bullet For My Valentine - Scream Aim Fire





Bullet For My Valentine haben furiose drei Jahre hinter sich. Bei Sony BMG unter Vertrag, haben sich Matthew Tuck, Michael Padget, Jason James und Michael Thomas mit ihrem hocherfolgreichen Debüt-Album 'The Poison' in der hohen Liga des modernen Metals verewigt. Wenn auch von eingeschworenen Metalonkels oft als 'Emo-Musik' verschimpft, haben sich die vier als eine der besten Metalcore-Bands zum Riesenerfolg durchgekämpft. Das Album ging weltweit mehr als eine Million Mal über die Ladentheke, hierzulande wurden die vier Waliser mit Gold geehrt. Auf der Insel räumten die Bullets zahlreiche Awards ab, spielten sich durch große Festivals (Download, Rock Am Ring etc.. - nur um einige zu nennen) und bekamen darüber hinaus die Ehre, im Vorprogramm ihrer musikalischen Vorbilder wie Maiden, Metallica oder Guns'n'Roses zu spielen.

Dennoch war Ende 2007 keine gute Zeit für die Band gewesen. Matt bekam Stimmprobleme, unterzog sich einer Mandel-OP. Fans mussten damit klarkommen, dass die Waliser eine Hand voll Gigs absagen mussten, u.a. einige mit Metallica. "Der einzige Trost, der der Band bleibt, ist dass wir uns nun voll und ganz auf das Album konzentrieren", so Matt in einem Interview nach seiner OP.

Demnach durfte man also gespannt sein und nun ist die Platte endlich da. Zuvor wurde die Scheibe, die 11 Tracks beinhaltet, über Soundsamples und Video-Promos vom Management ins beste Licht gerückt. In den Interviews liest man oftmals den selben Appell an die BfmV-Fans: "Melodischer Heavy-Metal, schneller, frischer, energiegeladener!".

Zugegeben. Den Opener 'Scream Aim Fire' kannte man bereits als erste Singleauskopplung. Schnelle Metalriffs, viel Double-Base-Geschramme, doch eine etwas andere Gesangsstimme (kratzig wie Trivium, à la James Hetfield) und weniger Scream. Originell ist er nicht, der Song, sondern durchschnittlich. Für eingefleischte Poison-Fans wird schnell die Befürchtung wahr: Verkommt das neue Album zu einer einfallslosen Kopie eines "Crusade" von Trivium? Hier gebe ich vorab Entwarnung - 'Scream Aim Fire' braucht nicht zu kopieren, weder das eigene Debütalbum noch Alben von anderer Metalgrößen - es steht auf eigenen Füßen.

Zweite Überraschung: Das Album enthält viel mehr thrashige Elemente, weniger Screams, viel viel mehr melodische Elemente und mehr Soli, die zwar technisch wieder 1A sind, aber nun nicht mehr so oft und brutal herausgehauen werden. Vom Untergenre 'Core' hat man sich mittlerweile verabschiedet, hier steht richtiger Metal auf dem Plan. Dabei sind die Vorbilder unverkennbar aus einzelnen Tracks herauszuhören.

Das erste Durchhören des Albums hinterlässt gemischte Gefühle. Vergleiche zu 'The Poison' will man erst gar nicht anstellen, zu unterschiedlich sind beide Alben. Tut man sich die Scheibe dann weitere zwei, drei Male an, gibt es nicht viel zu meckern. Eine höchst abwechslungsreiche Metalplatte, auch wenn stellenweise an Innovation gespart wurde ('Eye of The Storm'), aber erstaunlich voluminös, erstaunlich prägnant. Schon nach kurzer Zeit hat man wahrscheinlich eine kleine Liste mit seinen Lieblingssongs aufgestellt, deswegen, weil die meisten Songs richtig direkt und kompromisslos ins Ohr reingehen und sich dort festsetzen. Der Wandel gefällt mir dennoch um Einiges besser als wie bei Matt & Konsorten von Trivium - nicht zu krass, sondern sukzessive und zielgerichtet. 'Scream Aim Fire' dürfte die meisten Fans zufrieden stimmen - die wenigen restlichen schließen sich doch bitte in ihren dunklen Kellern ein, wo sie dann nach Herzenslust weiterhin ihren Lieblingsscreams lauschen dürfen.

______
Songs ooooo
Technik/Qualität ooooo
Lyrics ooooo

Gesamt:4/5




Anspieltipps: Screaim Aim Fire, Hearts Burst Into Fire, Forever and Always, Waking The Demon, Disappaer

Highlights: Hearts Burst Into Fire, Waking The Demon, Disappaer


Chingy
26.1.08 23:47
 


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